In Am Tisch - Die kulinarische Boheme oder Die Entdeckung der Lebenslust - schreibt Susanne Kippenberger über Pioniere der Küche. Ein kluges und sinnliches Buch, das uns zeigt, wie sie die Tafel als einen Ort etablierten, an dem man genießt, teilt und sich mitteilt und eine neue Kultur des Essens und Trinkens begründeten. Jeder tut es, sein Leben lang, von morgens bis spät in die Nacht: essen und trinken. Aber niemand hat es so lustvoll und intelligent getan wie die "Kulinarische Boheme", Quereinsteiger, geniale Dilettanten und schillernde Figuren: Oswald und Ingrid Wiener, die im Berliner Exil Schauspieler, Schriftsteller und Künstler mit österreichischen Schmankerln bekochten. Elizabeth David, die zu einer Zeit, als man in England noch mit Lebensmittelmarken einkaufen ging, so hinreißend über die mediterrane Küche schrieb, dass sich ihre Landsleute in Italien wähnten. Wolfram Siebeck, der bereits in den siebziger Jahren mit einem Kleintransporter nach Frankreich fuhr, um dort frische Kräuter zu kaufen, und zum bekanntesten Gastrokritiker Deutschlands wurde. Daniel Spoerri, eigentlich Tänzer, der mit seinen Installationen von abgegessenen Tafeln Furore machte. Und Julia Child, die 1963 zur schrulligsten Fernsehköchin der Welt wurde. In Am Tisch lässt Susanne Kippenberger all diese Pioniere der Küche zu Wort kommen und feiert die Tafel als einen Ort, an dem wir einander begegnen können.
Kippenberger von Kippenberger, Susanne; Kartoniert Der Künstler und seine Familien. BVT Bd.684 Aktualis. Ausg. 582 S., Fototaf. 2010 BVT Berliner Taschenbuch Verlag ISBN 978-3-8333-0684-6 12.95 EUR inkl. gesetzl. USt
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Martin Kippenberger hat als Künstler und als Mensch immer die Extreme gesucht. Er war Bürgerschreck und Familienmensch, Selfmademan und Provokateur, und er fürchtete nichts so sehr wie Langeweile und hasste nichts so sehr wie Routine - und brauchte gleichzeitig doch seine Rituale. Er war süchtig nach Drogen, Alkohol, Anerkennung und Liebe, und er arbeitete sich zu Tode für sein Werk, die Kunst. Seine Sehnsucht nach neuen Orten und Projekten war so groß wie die nach einem Zuhause, nach Familien und Ersatzfamilien. Ein Enfant terrible, für das die Kindheit nie aufhörte. In ihrem gefeierten biografischen Porträt blickt Susanne Kippenberger hinter die Inszenierungen eines Künstlers und beschreibt ihren Bruder, wie ihn nur die kannten, die ihm nahe waren.
"Alle Jubeljahre erscheint ein Buch, das mit der Beschreibung einer Künstlervita einen Spot auf das Werk anknipst, so dass es buchstäblich in neuem Licht erstrahlt. Susanne Kippenberger hat die Biographie ihres Bruders geschrieben. Ein monumentales Bild der unwiederbringlichen achtziger Jahre." (LITERATUREN ÜBER "KIPPENBERGER")
Kippenberger, Der Film, DVD Dieses Leben kann nicht die Ausrede für das nächste sein. 75 Min. Regie: Jörg Kobel 2005. Best.-Nr.091 . ISBN 978-3-89848-091-8 19.90 EUR inkl. gesetzl. USt
"Dieses Leben kann nicht die Ausrede für das nächste sein." Martin Kippenberger zählt zu den vielseitigsten und produktivsten deutschen Künstlern der Nachkriegszeit. Mit überschäumender Energie erarbeitet er seit den 1970er Jahren bis zu seinem frühen Tod ein sehr umfangreiches OEuvre, das von Malerei, Grafik und Plastik über Installation und Happening bis hin zu Ausstellungsorganisation und Buchpublikation nahezu alle Möglichkeiten des Kunstschaffens ausschöpft. Dabei geht es ihm um die Hinterfragung von Gesellschaft, Kunstbetrieb und um die Auslotung noch verbleibender Möglichkeiten der zeitgenössischen Kunst.In 44 Jahren Lebenszeit hinterließ der 1997 verstorbene Künstler ein Werk, dessen erstaunliches Ausmaß und Bedeutung jetzt in vollem Umfang zu erkennen sind. Bislang unveröffentlichtes Material gibt den Blick frei auf den privat recht scheuen Menschen Martin Kippenberger, dessen provozierendes Bild in der Öffentlichkeit immer wieder zu starken Kontroversen führte.Dieser Film geht am Beispiel Kippenberger der Frage nach, wie man den "Job" als Künstler in der Postmoderne bewältigen kann. Es kommen dabei neben der Familie auch Weggefährten zu Wort wie Dietrich Dietrichsen, Gisela Capitain, Kasper König, aber auch heimliche Bewunderer wie Christoph Schlingensief.