17. Februar 2012  - Bernhard Kegel liest aus:  Ein tiefer Fall

Freitag, 17. Februar 2012 um 20: 00 Einlaß 19:30 - Eintritt frei


Erscheint im Februar 2012

"Kegel fragt nicht, ob man Wissenschaftlern vertrauen kann, sondern welchen. Die Antwort ist geeignet, dem Leser den Schlaf zu rauben." (Frank Schätzing Die Welt)

Nach dem großen Erfolg von Der Rote legt Bernhard Kegel einen neuen spektakula¨ren Wissenschaftskrimi vor, der von der Tiefsee in den Olymp der Forschung fu¨hrt - und in dessen Abgru¨nde. Die Geschichte um einen ehrgeizigen Spitzenforscher und seine folgenreiche Entdeckung ist packend erza¨hlt und von ho¨chster Aktualita¨t.

Bernhard Kegel, Jahrgang 1953, ist promovierter Biologe, leidenschaftlicher Jazzgitarrist und Autor mehrerer Bücher, darunter Die Ameise als Tramp, Das Ölschiefer-skelett und Wenzels Pilz. Seinen packenden Romanen liegen stets die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft zugrunde: «Selten verbindet sich fundierte Sachkenntnis so erfreulich mit erzählerischen Qualitäten» (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Bernhard Kegel in Berlin und Brandenburg. 1996 erhielt er den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar, 1997 den Kurd-Laßwitz-Preis und den Brandenburgischen Literaturpreis Umwelt.

9. März 2012  - Eva Züchner liest aus:  Der verbrannte Koffer

Freitag, 9. März 2012 um 20: 00 Einlaß 19:30 - Eintritt frei


Erscheint im März 2012

"Bei der Recherche über einen Berliner Mordfall aus dem Jahr 1938 stößt Eva Züchner hinter der Kriminalstory auf eine ganz andere Geschichte. Denn einer der Verdächtigen war Jude. Als sie beginnt, dessen weitere Stationen zu rekonstruieren, trifft die Autorin auf eine Handvoll Menschen, über deren Lebenswege sich ein beeindruckendes Panorama dieser Zeit erschließt.

Wie in einem Brennglas bündeln sich in diesen Biographien nicht nur die nationalsozialistischen Maßnahmen zur Aushöhlung und Zerschlagung menschlicher Existenzen, sondern auch der Widerstand dagegen und der Wille zu überleben. Präzise recherchiert, knapp und auf kleinem Raum erzählt, ist Der verbrannte Koffer eine mitreißende Lektüre - ein kleiner, beinah zufälliger Ausschnitt deutscher Geschichte, der uns aber umso tiefer in deren Abgrund blicken lässt."

23. März 2012 - Eduard Kotschergin liest aus: Die Engelspuppe

Freitag, 23. März 2012 um 20:00 Einlaß 19:30 - Eintritt frei


Aus dem Russischen von Ganna-Maria Braungardt, Renate Reschke und Thomas Reschke

Die durch den autobiografischen Rahmen locker verbundenen Erzählungen schildern kenntnisreich und plastisch den russischen Alltag. Eindrucksvolle Porträts von Menschen, Städten und Landschaften ziehen den Leser in ihren Bann. Das zerstörte Leningrad ist ein wiederkehrender Schauplatz, aber auch der russische Norden, den der Autor viel bereiste. Wir treffen Kriegskrüppel, Gauner, Funktionäre, Bauern, Gelehrte, Huren, Priester, Kräuterweiblein und Gespenster. Suff, Niedertracht und Grausamkeit sind ebenso allgegenwärtig wie aufblitzende Menschlichkeit, Liebe und Güte. Die ergreifenden, schier unglaublichen menschlichen Schicksale beschreibt Kotschergin in schlichter Sprache von luzider Klarheit. Kunstvoll verschränkt er den kriminellen Slang der Berufsdiebe, Lagerhäftlinge und minderjährigen Huren mit Poesie. Ein unvergessliches Leseerlebnis und ein kostbarer Beitrag zum Verständnis für das Leben der Russen im 20. Jahrhundert.

Den Rohstoff für seine Geschichten schöpft Eduard Kotschergin aus den Begegnungen und Erlebnissen, die ihm sein bewegtes und zum Teil bitteres Leben bescherte. 1937 geboren, verbrachte er Jahre in staatlichen Erziehungsheimen, nachdem sein Vater im Gulag verschwunden und die Mutter verhaftet worden war. Er floh aus dem NKWD-Heim in Sibirien und schlug sich nach Leningrad durch. Er war Mitglied einer Diebesbande und lebte auf der Straße. Nach der Ausbildung an der Leningrader Kunstakademie konnte er schließlich sein Zeichentalent zum Beruf machen: Kotschergin wurde Bühnenbildner und Szenograf. Er arbeitete an verschiedenen russischen Theatern, erhielt vielfach internationale Auszeichnungen und ist derzeit leitender Bühnenbildner am Großen Dramatischen Theater (Towstonogow-Theater) in St. Petersburg.
Die 2003 erschienene Engelspuppe wurde von der Kritik begeistert aufgenommen. Das Buch liegt inzwischen in der dritten Auflage vor. 2008 erhielt der Autor dafür den Triumph-Preis.
2010 erhielt er den den russischen “National Bestseller Book Prize 2010” für sein zweites Buch, “Mit Kreuzen getauft”. Dieses Buch enthält Texte, die der persona verlag auch in die “Engelspuppe” aufgenommen hat.

30. März 2012 - Manfred Flügge liest aus: Stéphane Hessel - ein glücklicher Rebell

Freitag, 30. März 2012 um 20:00 Einlaß 19:30 - Eintritt frei


Manfred Flügge zeichnet den geistigen und politischen Kosmos des Stéphane Hessel nach: Als Résistancekämpfer 1944 nach Buchenwald deportiert, überlebte er dank eines Identitätsaustauschs. Fortan stellte er sein Leben in den Dienst der Menschenrechte. Innerhalb der UNO setzte er sich für eine Welt ohne Totalitarismus, Konzentrationslager, Atombomben ein. Er wirkte am ersten Teil der Menschenrechtscharta mit, vermittelte in politischen Konflikten und unterstützte die Entkolonialisierung. Bis heute gibt der Globalisierungskritiker und Humanist Hessel unermüdlich in Büchern und weltweiten öffentlichen Auftritten seine Botschaft von Recht und Gerechtigkeit, Verantwortung und Zivilcourage weiter.

20. April 2012 - Ingrid Bacher liest aus: Die Grube

Freitag, 20. April 2012 um 20:00 Einlaß 19:30 - Eintritt frei


Eine Frau bekommt 2010 die Nachricht, dass ihr verschwundener Bruder Simon für tot erklärt werden soll. Sie aber weiß, wie er starb.
Damals 1992 in Garzweiler, einem Ort, der auf keiner Landkarte mehr existiert. Sie ist allein mit dieser Nachricht in Borschemich. Auch dies ein altes Dorf, das bald wie Garzweiler von der Grube geschluckt werden wird. In dieser Grube, jetzt schon eine der größten künstlich hergestellten Öffnungen der Erde, wird Braunkohle im Tagebaubetrieb abgebaut.
Um über Simons Ende zu sprechen, versucht sie Kerstin, Simons Frau, zu erreichen und Simons Sohn, der sein Erbe sein wird.
Die Erzählerin berichtet vom Aschoffschen Hof, von der Familie und von Simon, ihrem geliebten und bewunderten Bruder. Er konnte die Zerstörung seines Hofes und des Landes nicht verhindern. Er setzte sich aber vehement dafür ein, dass man der Grube nicht noch weiteres Land opfert, und mit ihm wieder
viele Dörfer, Wälder und Felder, Häuser und Höfe, Kirchen und Friedhöfe. Unausweichlich die Auseinandersetzung zwischen den wirtschaftlichen Interessen des Stromkonzerns, den Interessen der Politiker und der Bürger.
Ingrid Bachérs Roman ist der Versuch, das Ungeheuerliche auch durch Sprache zu verstehen. Es geht um Heimatverlust, um die Beschreibung einer Region, die auf der Landkarte zu einem blinden Fleck geworden ist. Der blinde Fleck ist kein unerforschtes Gebiet, es geht um den Raub der Erinnerungen und der Geschichte.
Ingrid Bachérs Sprache ist genau und poetisch. "Jeder Mensch habe das Recht, nicht vergessen zu werden. Eine von so vielen Formulierungen, die den Leser berühren wie jene vom ausgeweideten Land , das gereinigt wurde von allen Lebens spuren", schreibt Lothar Schröder in der Rheinischen Post.

27. April 2012 - Jens-Jürgen Ventzki liest aus: Seine Schatten, meine Bilder

Freitag, 27. April 2012 um 20:00 Einlaß 19:30 - Eintritt frei


1919 gründet Benedict Lachmann den Buchladen Bayerischer Platz, baut ihn zu einer Kulturinstitution auf und führt ihn bis 1937. Am 18.Oktober 1941 gehört er zu den Deportierten nach Lodz/Litzmannstadt, wo er am 4.12.1941 durch Kälte, Hunger und Arbeit von den Nationalsozialisten ermordet wird.
Der Buchladen Bayerischer Platz lädt Jens-Jürgen Ventzki ein, der die Geschichte seines Vaters, der ab 1941 Oberbürgermeister der besetzen Stadt und Verwalter des zweitgrößten Ghettos ist, in seinem Buch 'Seine Schatten, meine Bilder' recherchiert und aufdeckt.

Jens-Jürgen Ventzki schildert anhand von Dokumenten, Erinnerungen, Literatur- und Archivstudien den Lebensweg seines Vaters als Gauamtsleiter, Reichsredner, Oberbürgermeister, als Mitglied der Waffen-SS und als späteren Beamten der Bundesrepublik.


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11. Mai 2012 - Robert Löhr liest aus: Krieg der Sänger

Freitag, 11. Mai 2012 um 20:00 Einlaß 19:30 - Eintritt frei


Auf der Wartburg versammeln sich an den Weihnachtstagen 1206 die sechs bedeutendsten Dichter deutscher Zunge. Was als friedlicher Sängergipfel in Zeiten des Bürgerkriegs geplant war, artet aus in gegenseitige Provokationen und Streitereien und endet mit dem Vorhaben, einen Wettstreit auf Leben und Tod durchzuführen: Wolfram von Eschenbachs Parzival gegen das Nibelungenlied Heinrichs von Ofterdingen und die Minnelieder Walthers von der Vogelweide. Aber es ist ein Spiel mit gezinkten Karten: Absprachen werden getroffen, Intrigen geschmiedet, Menschen verschwinden auf unerklärliche Weise von der verschneiten Burg. Ausgerechnet der jüngste und unbegabteste der Sänger nimmt es auf sich, Licht ins Dunkel zu bringen. Denn auch er muss entscheiden, auf wessen Seite er sich schlägt in diesem Krieg der Sänger.